Wir haben nun schon gelernt, dass sich das weiße Licht der Sonne in einzelne Farben aufspalten kann. Jede Farbe entspricht einer Farbwelle mit einer bestimmten Wellenlänge. Diese Farbwellen haben Wellenlängen zwischen 400 und 800 Nanometern (nm); ein Nanometer ist sehr klein, nämlich ein Milliardstel Meter (1 m = 1 000 000 000 nm). Das violette Licht hat kürzere Wellenlängen (~400 nm) und das rote Licht längere Wellenlängen (~800 nm). Die übrigen Farben liegen dazwischen. Diese Farbwellen, die das menschliche Auge wahrnehmen kann, werden auch zusammenfassend als „sichtbares Licht“ bezeichnet.

Neben dem sichtbaren Licht gibt es auch Lichtstrahlen mit viel längeren oder kürzeren Wellenlängen. Diese sind für unsere Augen unsichtbar. Strahlen mit Wellenlängen, die länger als 800 Nanometer sind, gehören zum Infrarotlicht. Dieses Licht können wir nicht sehen, es überträgt aber Wärme. Deshalb fühlen sich die Sonnenstrahlen auf unserer Haut so angenehm warm an. Infrarotlicht wird beispielsweise auch in Fernbedienungen verwendet, um Signale an den Fernseher zu senden. Noch längere Wellenlängen haben Mikrowellen, die unser Essen erhitzen, und Radiowellen, die wir verwenden, um Musik zu übertragen oder um Gespräche mit unseren Handys zu führen.
Außerdem gibt es Lichtwellen mit Wellenlängen, die kürzer sind als die des violetten Lichts, die wir mit einer Wellenlänge von 400 nm gerade noch wahrnehmen können. Dazu zählt das ultraviolette (UV) Licht. Auch die Sonne sendet UV-Licht aus, das wir nicht sehen können, das aber sehr energiereich ist. UV-Strahlung ist für deinen Sonnenbrand verantwortlich, wenn du ohne Schutz zu lange in der Sonne bleibst. Strahlung mit noch kürzeren Wellenlängen umfasst Röntgenstrahlen, die uns bei der Untersuchung von Knochen helfen, und die radioaktive Gammastrahlung.

Verschiedene Materialien sind für verschiedene Strahlen durchlässig oder eben nicht.
So zieht man beim Röntgen Bleiwesten an, die keine Röntgenstrahlung durchlassen, um bestimmte Körperteile vor der Strahlung zu schützen. Nur der zu untersuchende Knochen bleibt unbedeckt und wird so mit der Strahlung durchleuchtet.
Ein anderes Beispiel ist Glas. Sichtbares Licht kann Glas durchdringen, weshalb wir Glas als Material für Fenster verwenden. Gleichzeitig nimmt Glas das UV-Licht auf und verhindert damit, dass wir ‚innen‘ einen Sonnenbrand bekommen. In der Wissenschaft nennt man Lichtwellen auch elektromagnetische Wellen. (Angeberwissen: Diese Bezeichnung kommt daher, dass Lichtwellen aus senkrecht zueinander schwingenden elektrischen und magnetischen Feldvektoren bestehen.) Wenn wir über alle diese möglichen Lichtwellen mit unterschiedlichen Längen sprechen, nennen wir dies „elektromagnetische Strahlung“ oder wir sprechen vom „elektromagnetischen Spektrum“.
