1: Was sind Biofilme?

Biofilme sind dir schon an vielen Orten begegnet, aber vermutlich wusstest du nicht genau, dass es Biofilme sind, woraus sie bestehen oder wie man sie nennt.

Wo gibt es Biofilme im Alltag?

Biofilme entstehen gerne überall dort, wo es feucht ist. Es sind glitschige dünne Schichten, in denen zahlreiche Mikroorganismen (Kleinstlebewesen) zusammen-leben.

Im Alltag begegnen dir Biofilme an folgenden Orten:

  • In unserem Darm: Hier leben „gute“ Bakterien im Biofilm und unterstützen bei der Verdauung unserer Nahrung, um all die wichtigen Bestandteile, die uns gesund halten, herauszulösen. Falsche Ernährung kann dazu führen, dass sich ungünstige Bakterien vermehren und dadurch Beschwerden verursachen.
  • Im Mund: Auf den Zähnen entsteht Plaque – ein Biofilm, der bei schlechter Zahnpflege Karies verursachen kann.
  • In deiner Trinkflasche: Wenn Wasserbehälter nicht gründlich gereinigt werden, bildet sich ein schleimiger Film aus Mikroorganismen. Reinige deshalb immer Deine Trinkflasche gründlich.
  • Auf Steinen und Holz: Wenn Steine oder Holz in Flüssen und Seen von Wasser überspült werden, bilden sich leicht Biofilme. Auf diesen schleimigen Schichten kann man leicht ausrutschen.

👉 Was alle Biofilme gemeinsam haben: sie entstehen als schleimige Schicht, wenn es feucht ist und die Mikroorganismen nicht gleich von den Oberflächen entfernt werden. Hat sich erst einmal ein Biofilm gebildet, kann es schwierig sein, ihn wieder loszuwerden, denn er haftet sehr fest an den Untergrund und wächst schnell nach, selbst wenn du gut alles gereinigt hast.

Während diese Beispiele – vielleicht abgesehen von den „guten“ Biofilmen im Darm – eher negativ wirken, bringt das Leben in der schützenden gelartigen Schicht für die Mikroorganismengemeinschaft viele Vorteile. Forschende möchten daher herausfinden, wie Biofilme die Kleinstlebewesen schützen, um diese Vorteile bei der technischen Verwendung von Mikroorganismen auszunutzen.

Was sind Biofilme?

Bei Biofilmen handelt es sich zumeist um eine Lebensgemeinschaft von unterschiedlichen Mikroorganismen, wie Bakterien, Pilzen oder Algen, die von einer gelartigen wasserspeichernden Schicht umschlossen sind. Diese Schicht ist wie eine schützende Hülle, die die Mikroorganismen beispielsweise vor dem Austrocknen schützt, denn Wasser ist für das Leben von Mikroorganismen unentbehrlich. Biofilme bilden sich, wenn sich Mikroorganismen in kleinen Gruppen auf einer Oberfläche (z.B. Zähne, Trinkflasche, Steine im Wasser) festsetzen. Weitere Mikroorgansimen gesellen sich hinzu. Einige von ihnen sondern einen gelartigen Film ab, der alle Organismen wie eine Schutzschicht umgibt und sie nicht nur vor dem Austrocknen sondern auch vor weiteren Umwelteinflüssen schützt.

Durch die sehr feste Haftung der Biofilme an einen Untergrund werden diese nicht weggespült und können dadurch beispielsweise an einem für sie günstigen Ort bleiben. Man kann sich das so ähnlich vorstellen wie bei der Entstehung von Siedlungen vor langer Zeit: Umherziehende Nomadenstämme haben sich niedergelassen, wo sie gute Lebensbedingungen und Wasser gefunden haben. Durch Anbau von Nahrung und Arbeitsteilung konnten sie sich besser versorgen und mussten nicht umherziehen.