Unsere Tipps für Azubis und Studierende

Euer Unternehmen erwartet den Besuch einer Schüler*innengruppe und Ihr dürft den Besuch begleiten, vielleicht sogar organisieren?

Super!

Ihr seid die besten Vorbilder und Rolemodels dafür, was nach der Schule kommen kann. Ausbildung? Studium? Dual? Was wäre das Richtige für mich? Da könnt Ihr inspirieren, vorleben und vielleicht sogar den einen oder anderen Stupser geben.

Hier sind unsere Tipps aus über 13 Jahren NachwuchsCampus, die den Unternehmensbesuch auch für Euch zu einem tollen Erlebnis machen!

Hierbei gilt natürlich:

Alle Tipps sind Vorschläge. Handelt gerne intuitiv und aus dem Bauch heraus, je nach Situation. Und überlegt, was Euch als 8.-12.-Klässler*in geholfen oder motiviert hätte.

So bleibt Ihr authentisch und habt hoffentlich dazu noch Spaß!

Vorab-Infos zu Eurer NachwuchsCampus-Kooperation

Infos und Tipps für Azubis, die in die Planung mit einbezogen werden:

Infos und Tipps für Azubis, die den Unternehmensbesuch begleiten:

Das ist das NachwuchsCampus-Projekt:

👉 ein ausbildungs- und studienorientierendes Kooperationsprojekt, das Schulklassen und Unternehmen zusammenbringt.

👉 Euer Unternehmen möchte Jugendliche für Eure Ausbildungsberufe begeistern – und Ihr dürft helfen!

👉 Im Herbst hat das Projektteam nach den Wünschen des Unternehmens eine passende Kooperation gefunden (Stadtteilschule oder Gymnasium, Mittel- oder Oberstufe).

👉 Die Schüler*innen haben sich im Unterricht mit NachwuchsCampus-Material auf Euer Unternehmen und die Branche vorbereitet: Viele machen Praxiseinheiten in der Schule, die zu Euren Ausbildungsberufen passen.

👉 Die Schüler*innen bekommen zudem eine wichtige Aufgabe zur Vorbereitung auf die Kooperation:
🗨️ Sie sollen eine Präsentation vorbereiten, die über Euer Unternehmen geht.

Infos und Tipps für Azubis, die in die Planung mit einbezogen werden:

Wie bereitet man sich auf ein Bewerbungsgespräch vor?

Damit die Schüler*innen im NachwuchsCampus sich darin einmal erproben können, sollen sie eine Präsentation vorbereiten, die über Euer Unternehmen geht. Denn was kommt besser beim Gegenüber an, als zu zeigen, dass man sich informiert hat?

Die Schüler*innen erhalten vom NachwuchsCampus erstellte Recherchekarten, die ihnen helfen sollen, nach den richtigen Informationen zu suchen. Je nach Unternehmen werden folgende Themen vorgeschlagen:

Die 14- bis 18-jährigen Schüler*innen sind verständlicherweise sehr aufgeregt, in einer so ungewohnten Situation gerade Euch zu erzählen, was Ihr so macht. Die Vorträge können aber sehr gute Eisbrecher sein und für einen Austausch auf Augenhöhe sorgen. Noch dazu kann Euer Unternehmen erfahren, wie es bei den Jugendlichen so ankommt!

Eure Aufgabe als Verantwortliche für den Unternehmensbesuch ist es, im Vorfeld dafür zu sorgen, dass alles reibungslos ablaufen kann:

🕣
Wir empfehlen, die Vorträge zu Beginn der Begegnung stattfinden zu lassen. Die Schüler*innen sind meist sehr aufgeregt und können vor den Vorträgen nicht viel Neues aufnehmen. Das geht Euch sicherlich nicht anders: Jeder Input würde an Euch vorbeirauschen, wenn Ihr Euch immer wieder im Kopf wiederholt, was Ihr gleich vortragen werdet.

🚪
ein für die Besuchergruppe passender Raum muss also für den Zeitraum der Vorträge gefunden und reserviert werden (dies kann ein Konferenzraum sein, muss es aber nicht. Wie hatten schon Vorträge im Produktionsraum einer Bäckerei, was sehr originell sein kann. Wichtig ist, dass es ruhig genug ist, damit die Jugendlichen gut gehört werden können. Auch ist es hilfreich, wenn kein Betrieb mit Nebengesprächen ist (z.B. Kantine zu Frühstücks- oder Mittagszeiten). Auch das kann stören.

💻
die in der Regel digitalen Präsentationen benötigen einen Rechner/Beamer/Monitor, auf dem sie abgespielt werden können. Klärt vorher, ob vor Ort ein Endgerät von Euch genutzt werden kann und ob USB-Sticks mitgebracht werden dürfen.
👉 Tipp: Lasst Euch zwei Tage vor dem Besuchstermin die Präsentationen per Mail zusenden und prüft, ob Ihr sie ohne Formatierungsprobleme abspielen könnt. Alles, worum sich die Schüler*innen vor Ort nicht kümmern müssen, ist gut gegen die Aufregung ♥️

📣
Informiert rechtzeitig alle Azubis und Mitarbeitenden, die an dem Tag mit eingebunden werden sollen. Sie können die wichtigsten Punkte unserer Handreichung „Infos und Tipps für Azubis, die den Unternehmensbesuch begleiten“ entnehmen. Es bewährt sich, wenn die Azubis und Mitarbeitenden, die später Teil des Programms sind, auch schon bei den Vorträgen dabei sind.

🗒️
Überlegt schon einmal, welches Programm Ihr nach den Vorträgen anbieten möchtet:
Gibt es einen Rundgang im Unternehmen? Kann die (Ausbildungs-)Werkstatt besucht werden? Gibt es die Möglichkeit, etwas Praktisches zu machen? Grundsätzlich gilt: Je mehr Praxis, desto besser!

📥
Ca. zwei Wochen vor dem Unternehmensbesuch wird sich das NachwuchsCampus-Team bei Euch und der Kooperationslehrkraft melden und alle wichtigen Punkte abfragen. Wenn Ihr bis dahin alle Punkte vorklären konntet, seid Ihr perfekt vorbereitet!
Wichtig bei der Kommunikation per Mail: Habt immer auch die Kooperationslehrkraft mit im CC, damit alle drei Stellen informiert sind: Unternehmen, Schule und NachwuchsCampus.

Toll ist, wenn die Schüler*innen einen ungestörten Einblick in Eure Tätigkeitsfelder haben können.

Dafür bieten sich kleine Gruppen an:

Viele Unternehmen teilen große Gruppen auf, indem die eine Hälfte eine Führung macht, während die andere Gruppe eine praktische Einheit macht. Hierbei kann man mehrere Elemente miteinander verbinden und eine Art Stationslauf machen (z.B. Führung zeitgleich zu einem Werkstatt-Zirkel).

❗Klärt frühzeitig, wie groß eine Gruppe sein darf und plant entsprechend in Kleingruppen, sollte es nötig sein.

Tipp: Die Abläufe der Stationen vorher einmal zeitlich durchplanen / durchsprechen

⏱️ die einzelnen Stationen sollten zeitlich möglichst gleich lang sein, damit es nicht zu „Stauungen“ kommt.
Sprecht Euch auch mit den Kolleg*innen oder Mit-Azubis ab, die die andere(n) Gruppe übernehmen, dass alle das gleiche Zeitfenster im Blick haben.

🤔 Bei der Ausarbeitung der Stationen könnt Ihr Euch entweder selbst die Stationen überlegen oder die beteiligten Azubis und Mitarbeitenden selbst überlegen lassen, was sie spannend fänden und den Jugendlichen gerne zeigen möchten.


📝 Am Besten schreibt Ihr Euch die Inhalte mit Kurzanleitung auf, denn falls eine Person krank wird kann kurzfristig jemand anderes einspringen.

Tipp: Herausforderungen bei Stations-Parcours im Unternehmen bedenken

🔃 Sollten mehrere verschiedene Einheiten im Parcours mit mehreren kleinen Gruppen abgehalten werden, sollte vorher eine Reihenfolge festgelegt werden, an die sich die Teilgruppen halten.


⏸️ Die Stationen sollten möglichst die gleiche Zeit in Anspruch nehmen, sodass es keine unnötigen Wartepausen gibt – es sei denn man möchte die Pausen für den Austausch zwischen den Schüler*innen und den Azubis/Mitarbeitenden nutzen.

⏳ Die Einrichtung eines Zeitwächters oder ein Timer können sicherstellen, dass rechtzeitig gewechselt wird.

🚶Bei längeren Wegen (zum Beispiel zwischen voneinander entfernt liegenden Werkstätten) diese Wegezeit mit einplanen – oder ohnehin etwas Zeit als Puffer mitdenken. 

Ein Unternehmensbesuch ist immer ein Abenteuer und Kommunikation ist alles! Wie bei jedem Plan kann es immer wieder Abweichungen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung geben – informiert in diesem Fall die Hauptansprechpartner und das NachwuchsCampus-Team, damit die Herausforderung gemeinsam gemeistert werden kann!

Das NachwuchsCampus-Team unterstützt Euch gerne bei der Planung und steht mit einem großen Erfahrungsschatz bei nahezu jeder individuellen Herausforderung an Eurer Seite.

☎️ Meldet Euch also jederzeit und bestenfalls frühzeitig, sollten Schwierigkeiten auftauchen: nachwuchscampus@tuhh.de oder 040/30601 4559 (Ina Klose)

Infos und Tipps für Azubis, die den Unternehmensbesuch begleiten

Euer Unternehmen öffnet seine Türen für eine Schülergruppe im NachwuchsCampus-Projekt, und Ihr dürft dabei sein! Solche Besuche geben Jugendlichen wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt. Ihr selbst seid dabei wichtige Role Models: Eure Erfahrungen, Tipps zur Ausbildung und persönliche Einblicke wirken auf Jugendliche oft besonders authentisch und motivierend.

Die Schüler*innen haben sich bereits im Unterricht vorbereitet und zu diesen möglichen Themen eine Präsentation erstellt:


👉 In Eurem Unternehmen gibt es eine Ansprechperson oder ein kleines Team, das den Besuch vorbereitet und ein Programm vorbereitet hat. Die Abläufe können also durchaus variieren, in der Regel präsentieren die Schüler*innen jedoch zu Beginn des Besuchs ihre Ergebnisse über Euer Unternehmen. Danach folgen in der Regel eine Unternehmensführung und praktische Einblicke.

Damit die Begegnung für alle Beteiligten gelingt, finden Sie hier einige hilfreiche Tipps:

🫨 Die Schüler*innen sind meist 14–18 Jahre alt und halten ihre Präsentation in einer ungewohnten Situation. Vielen ist am Anfang nicht ganz klar, warum sie vor Euch vortragen müssen. Sie sind aufgeregt und manche möchten sich am liebsten vor der Aufgabe drücken. Wer möchte schon vor Fremden vortragen? Überlegt einmal, wie es Euch in diesem Alter ergangen wäre, wenn Ihr eine Präsentation in einem unternehmen gehalten hättet! Eure Unterstützung hilft, Nervosität abzubauen. 

Das hilft besonders:

♥️ Freundlicher Einstieg: Ein paar ermutigende Worte zu Beginn lockern die Situation und nehmen die Aufregung.

♥️ Volle Aufmerksamkeit: Hört aktiv zu und zeigt Wertschätzung.

♥️ Konstruktives Feedback: Lob und konkrete Verbesserungsvorschläge stärken das Selbstvertrauen.

♥️ Nachfragen stellen: Bei Unklarheiten könnt Ihr nach Quellen oder Hintergründen fragen – das fördert den Austausch.

Bitte beachten:

👀 Die Bühne gehört den Schüler*innen. Schenkt ihnen Eure ungeteilte Aufmerksamkeit. Gespräche unter Kolleg*innen und Mit-Azubis solltet Ihr möglichst vermeiden, denn selbst wenn der lustige Spruch untereinander mit den Vortragenden nichts zu tun hat, so verunsichert ein Lacher die Jugendlichen und lässt sie denken, sie werden ausgelacht.

♥️ Toll ist:

Ihr werdet merken, dass Ihr durch die Vorträge eine aufmerksame und interessierte Gruppe zu Besuch habt. Nutzt das Wissen, das sich die Schüler*innen erarbeitet haben, indem Ihr im anschließenden Rundgang oder bei den Praxiseinheiten auf die Vorträge eingeht. Wenn Azubis und Mitarbeitende vor Ort aus den Vorträgen Impulse und Ideen aufnehmen können, die ihnen bei der späteren Führung und Praxiserprobung im Unternehmen helfen, steht einem gelungenen Unternehmensbesuch nichts mehr im Wege.

Bei Unsicherheiten:

Fragt das NachwuchsCampus-Teammitglied, das den Besuch begleitet. Das Team ist geübt darin, mit unterschiedlichsten Situationen umzugehen und auch mal unangenehmere Dinge anzusprechen und zu klären.

Eure Ansprechperson im Unternehmen hat Euch im Vorwege in das Programm nach dem Schüler*innenvortrag eingeplant und je nach Unternehmen habt Ihr verschiedene Funktionen:

🛠️ Betreuung einer Praxiseinheit

Wenn Ihr in Stationen arbeitet und die Schüler*innen in kleinere Gruppen aufteilt, wurde vorher schon eine Reihenfolge der Stationen und ein grober Wechselplan erstellt, um unnötige Wartezeiten oder Hast zu vermeiden.
👉 Tipp: Haltet Euch an den Plan und kommuniziert untereinander rechtzeitig, sollte es zu Verzögerungen kommen, sodass es keine unnötigen Wartepausen gibt – und wenn, dann überbrückt diese durch einen netten Austausch zwischen den Schüler*innen und Euch.

🦺 Unternehmensführung

👉 Tipp: Keine langen Erklärungen in lauten / unruhigen Bereichen!

Gibt es bei Euch im Unternehmen Bereiche, die aufgrund des Betriebs sehr laut sind? Hier empfiehlt es sich, vorher an einer ruhigeren Stelle kurz zu erklären, was zu sehen sein wird und Erklärungen vorzunehmen, oder diese hintenan zu stellen. Direkt neben einer laufenden Maschine vor einer größeren Gruppe zu sprechen und zu versuchen, alle zu erreichen, kann auf Dauer anstrengend für die eigene Stimme werden.

👉 Tipp: Kolleg*innen zum „Pitch“ aufrufen

Wenn Ihr zwischendurch Kolleg*innen trefft und diese eine Minute Zeit und Lust haben, kurz ihre Arbeit zu erklären, ist dies eine tolle Abwechslung – und Ihr könnt kurz verschnaufen 😉

👉 Tipp: Bei der Führung die Berufsbilder vorstellen, die in den jeweiligen Bereichen arbeiten

Für Außenstehende sind die Einsatzgebiete der Mitarbeitenden in den einzelnen Bereichen nicht immer gleich ersichtlich.
Erwähnt deshalb gerne bei der Führung, welche Berufsbilder (und Ausbildungsberufe) überwiegend in dem jeweiligen Bereich zum Einsatz kommen.

So entsteht bei den Jugendlichen schon einmal ein Bild vom möglichen zukünftigen Arbeitsplatz, wenn ein Ausbildungsberuf schon ins Auge gefasst wurde. Oder es wird ein Ausbildungsberuf in Erwägung gezogen, weil der Arbeitsplatz so gut gefällt.

Es ist super, dass Ihr die Schüler*innen an Eurem Arbeitsalltag teilhaben lasst – eigentlich könnt Ihr gar nichts falsch machen, solange Ihr authentisch bleibt und offen.
👂 👁️ 👄 Wenn Ihr zuhört, ermutigt und erklärt, seid Ihr die besten Vorbilder.

♥️ Erzählt gerne auch von Eurem Werdegang: Was waren Eure Lieblingsfächer in der Schule und haben sie etwas mit Eurem jetzigen Ausbildungsberuf zu tun? Wie seid Ihr zu dem Unternehmen gekommen? Was würdet Ihr Eurem jüngeren Ich empfehlen, wenn Ihr noch einmal nach einem Ausbildungsplatz suchen müsstet?

Bei Unsicherheiten:

👉 Fragt das NachwuchsCampus-Teammitglied, das den Besuch begleitet. Das Team ist geübt darin, mit unterschiedlichsten Situationen umzugehen und auch mal unangenehmere Dinge anzusprechen und zu klären.